Sieben Ideen für die Öffnung zur Vielfalt

Sieben Ideen
Kultureinrichtungen haben zum einen den Anspruch, für die Bevölkerung da zu sein – und zum anderen, auch gestaltend auf die Gesellschaft einzuwirken. Um beide Ziele zu erreichen, müssen sie die Gesellschaft in all ihrer Vielfalt zulassen. Öffnung ist ein ganzheitlicher Prozess, der über einzelne Projekte hinausgeht.

Dafür braucht es Neugier für Veränderungen, Spaß an Innovation, ein Gespür für die Chancen, die Vielfalt bietet und nicht zuletzt eine offene Haltung. Hier finden Sie als Extrakt aus einem Interview mit dem Museumsverband Niedersachsen und Bremen (Publikation folgt) eine Sammlung von Ideen aus der ZAK NRW.

Ich packe meinen Koffer und ich packe ein …: Sieben Ideen für die Öffnung zur Vielfalt in Ihrer Kulturinstitution

1. Neugier für die Veränderungen in der Gesellschaft (demografischer Wandel, Vielfalt von kulturellen Hintergründen, digitaler Wandel, stetig wachsendes Freizeitangebot …)

2. Spaß an Innovation und Wandel

3. Überzeugung, dass eine Kultureinrichtung auch gesellschaftliche Relevanz hat und wichtiger Bestandteil der Gesellschaft ist – nicht nur durch Vermittlungsangebote, sondern auch durch ein Selbstverständnis als „Dritter Ort“, der allen als zusätzliche Option zu Arbeit und Zuhause offen steht.

4. Gespür für Chancen, Mehrwert, neue Möglichkeiten und Nischen in allen (Management-) Bereichen der Institution:

- Publikum: Wirkliches Interesse an den Anforderungen, Beweggründen und Visionen aller und auch neuer Zielgruppen
- Interesse an dem Umfeld der Einrichtung (Bezirk, Stadtteil …) und Selbstverständnis als Teil dieses Umfelds
- Flexibilität, andere Perspektiven und Ideen auch im Programm zuzulassen
- Innovation der Kommunikation und Pressearbeit, nicht nur auf Webseite und Social Media, sondern auch z.B. durch Einsatz von
   Türöffner*innen zu neuen Zielgruppen
- Offenheit für neue Partnerschaften, z.B. Schulen, aber auch Sportvereine oder Wirtschaftsunternehmen
- Bereitschaft, Personalstrukturen zu ändern, Macht abzugeben, auch in Aufsichtsrat und Jurys. Der Nachwuchs steht bereit!
   Divers zusammengesetzte Teams erbringen nachgewiesenermaßen kreativere Lösungen und sind insgesamt zufriedener und leistungsfähiger.
- Spartenübergreifendes Denken, z.B. Blick auf andere Kulturbereiche, Nutzen von Netzwerken und „critical friends“, neugieriger Blick auf
   andere Freizeitangebote: Was können wir von der Konkurrenz lernen?
- Bereitschaft, sich den Möglichkeiten der Digitalisierung zu öffnen

5. Verantwortlichkeit, wirtschaftliche, moralische, soziale Notwendigkeit und Dringlichkeit: die Welt hat sich verändert, und wir als Kulturbetriebe müssen mitziehen! Die Steuerzahler von morgen sind schon so weit. Wir sollten ihnen Interesse für das Kulturelle Erbe vermitteln, ihr Engagement und ihre Leidenschaft für uns nutzen.

6. Klare Haltung angesichts populistischer, nationalistischer und rassistischer Tendenzen in der Gesellschaft. Das muss keine explizite politische Botschaft sein – Vielfalt als Institution vorzuleben, ist auch ein Statement an sich.

7. Rückhalt und Impulse aus der Kulturpolitik, z. B. durch Anreize zur Öffnung der Strukturen


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Datum
5. Dezember 2018
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