3. Tag der Summer School 2016

Was interessiert die Studierenden am Stadtraum und am Urbanen Lernen? Wir haben mal nachgefragt:

Summer School ZAK 2016
Wer bist du?
Christian
Was machst du?
Ich studiere Sport und Chemie auf Lehramt.
Was hast Du heute besonderes erlebt? Welche Situationen und Erfahrungen waren für Dich neu oder interessant?
Was ich interessant finde, sind die beiden Künstler, die ich kennengelernt habe, Julia Brunner und Stefan Endewardt. Mich fasziniert vor allem ihre Motivation und ihre Begeisterung, da kann ich viel für mich mitnehmen. Einerseits ist es deren Beruf, aber man merkt, dass es weit darüber hinausgeht. Das ist auch für meinen Kontext sehr interessant, wenn ich später als Lehrer arbeite. Für mich sind gute Lehrer, die mit Begeisterung an ihren Job rangehen.
Warum ist der (öffentliche) Stadtraum für Dich interessant?
Meine Stadt ist für mich Mittel zum Zweck. Wenn ich einen Weg zurücklege, dann nehme ich immer die schnellste Strecke. Da bin ich sehr funktional. Hier bei der Summer School habe ich gelernt, meinen Blickwinkel zu öffnen für die Dinge, die bisher in meinem funktionalen Kontext nicht so viel Sinn ergeben.
Was ist für Dich an „Urbanem Lernen“ interessant?
Was ich interessant finde, ist das Rausgehen aus der Schule. Dabei ist man an nicht so viele Dinge gebunden, man hat eine gewisse Freiheit, man kann stärker nach eigenem Interesse gehen und den eigenen Horizont erweitern.

Summer School ZAK 2016
Wer bist du?
Renate
Was machst du?
Ich bin Teil von trafo.K - einem Kunst- und Kulturvermittlungsbüro, das an der Schnittstelle von Wissensproduktion, Bildung und zeitgenössischer Kunst arbeitet und bei dem es immer wieder darum geht, in kollaborativen Prozessen mit unterschiedlichen Menschen Themen rund um zeitgenössische Kunst, Zeitgeschichte und Kunst im öffentlichen Raum zu verhandeln.
Was hast Du bisher besonderes erlebt? Welche Situationen und Erfahrungen waren für Dich neu oder interessant?
Was ich besonders wahrgenommen habe ist, dass die Summer School ein sehr offener Ort des gemeinsamen Aushandelns und Diskutierens ist. Auch wenn die Studierenden sich nicht alle kennen, bringen sie eine große Offenheit und Bereitschaft mit, gemeinsam zu arbeiten, sich zu unterstützen und einander zuzuhören.
Warum ist der (öffentliche) Stadtraum für Dich interessant?
Der Stadtraum ist ein Ort, in dem gesellschaftliche Fragen des Zusammenlebens verhandelt werden. In diesem Raum manifestieren sich Ausschlüsse, Einschlüsse, Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten, die prägen, die aber auch gleichzeitig gestaltbar sind. Mich interessiert die Frage, was Stadt alles sein kann. Auf jeden Fall ist sie auch Konflikt und Auseinandersetzung.
Was ist für Dich an „Urbanem Lernen“ interessant?
Stadt ist ein Raum, in dem wir uns alltäglich bewegen, den jeder auf die unterschiedlichste Art und Weise durchstreift. In diesem Raum ist man in Interaktion mit den Menschen, muss stets sich selbst ins Verhältnis zur Stadt setzen und sich reflektieren: was darf man, was darf man nicht, darf man Raum einnehmen oder nicht.

Summer School ZAK 2016
Wer bist du?
Anna
Was machst du?
Ich studiere Englisch und Sport auf Lehramt.
Was hast Du heute besonderes erlebt? Welche Situationen und Erfahrungen waren für Dich neu oder interessant?
Da fällt mir eine ganz konkrete Situation ein: Mit dem Tanzperformance-Workshop sind wir gestern durch die Straßen gelaufen, haben den Raum beobachten, uns an Leute angepasst oder uns ganz anders verhalten. Dann haben wir geschaut wie weit wir gehen können ohne aufzufallen, oder gerade bewusst aufzufallen. Nach diesem Workshop bin ich dann ganz normal durch die Stadt gelaufen und ich hatte das Gefühl, dass ich alles ganz anders wahrnehme. Normalerweise laufe ich einfach geradeaus bis zur Ampel und warte. Wenn ich aber weiß, hier haben wir noch vor zwei Stunden Purzelbäume gemacht, ist das ein ganz anderes Erlebnis.
Warum ist der (öffentliche) Stadtraum für Dich interessant?
Es ist ein Raum, den wir als gegeben wahrnehmen. In der Regel sind Räume vor uns da, es sei denn es sind Baustellen. Ansonsten steht da ein Haus und dort gibt es einen Platz. Es ist interessant, wie Menschen die Räume nutzen, anders nutzen oder auch gar nicht nutzen.
Was ist für Dich an „Urbanem Lernen“ interessant?
Lernen ist nicht nur Schule oder institutionelles Lernen, sondern geht über diese Räume hinaus. Bei Urbanem Lernen geht das Lernen über Sinneseindrücke und Erfahrungen im Stadtraum, man geht durch die Stadt, nimmt Dinge wahr und lernt auf diese Weise in der Interaktion.

Summer School ZAK 2016
Wer bist du?
Stefan
Was machst du?
In Berlin haben wir den Kotti-Shop, ein Kunst-Projekt-Raum, bei dem wir mit der Nachbarschaft zum Thema Stadt arbeiten – viel mit Jugendlichen, aber eigentlich mit allen Altersgruppen.
Was hast Du bisher besonderes erlebt? Welche Situationen und Erfahrungen waren für Dich neu oder interessant?
Was mich heute sehr beeindruckt hat war, was für eine visuelle Poesie bei der Arbeit in den Workshops entsteht, wenn viele Ebenen aufeinandertreffen. Für mich ist die Überlagerung von Vermittlung und künstlerische Arbeit eine neue Erfahrung, denn einerseits geben wir Informationen weiter wie künstlerische Praxis funktionieren kann und auf der anderen Seite arbeiten wir mit den Studierenden an einem künstlerischen Projekt.
Warum ist der (öffentliche) Stadtraum für Dich interessant?
Mich interessiert die Vielschichtigkeit der Stadt. Eines der interessantesten Momente ist es, wenn Brücken im Stadtraum entstehen, dort wo verschiedenste gesellschaftliche Ebenen aufeinandertreffen.
Was ist für Dich an „Urbanem Lernen“ interessant?
Es geht mir darum, zu fragen, was man im Leben gestalten kann, wie man sich einen Stadtraum aneignen kann. Es geht darum, mündiger Bürger des Stadtraums zu werden. Urbanes Lernen in Nachbarschaften schafft Räume zur Selbstermächtigung, um eine Stimme ergreifen zu können und durch Bewusstsein Strukturen zu gestalten.

Summer School ZAK 2016
Wer bist du?
Clara
Was machst du?
Ich studiere Erziehungswissenschaft und Kultur, Individuum und Gesellschaft.
Was hast Du heute besonderes erlebt? Welche Situationen und Erfahrungen waren für Dich neu oder interessant?
Interessant für mich ist, wie sehr meine Sinne geschärft werden. In der Stadt überlege ich mir sonst nie, wie breit der Platz oder wie hoch der Turm ist. In dem Workshop, bei dem es darum geht mit dem eigenen Körper die Stadt zu vermessen, wird die Stadt auf einmal viel greifbarer.
Warum ist der (öffentliche) Stadtraum für Dich interessant?
Er gibt den Rahmen für das alltägliche Leben, alles findet im Stadtraum statt. Meist wird er als gegeben wahrgenommen, obwohl er gar nicht gegeben ist. Wir können ihn viel mehr mitgestalten, als wir denken.
Was ist für Dich an „Urbanem Lernen“ interessant?
Urbanes Lernen zeigt, dass der Stadtraum mitgestalten werden kann und wir ihn nicht so hinnehmen müssen wie er ist, sondern uns auch mal Gedanken machen können, was wir verändern wollen. Wenn man das schon Kindern bewusst machen kann, und über die Kinder evtl. die Erwachsenen erreicht, wäre das toll, um so zu mehr Partizipation zu kommen.

Summer School ZAK 2016
Wer bist du?
Nikolas
Was machst du?
Ich studiere Sport und Englisch auf Lehramt.
Was hast Du heute besonderes erlebt? Welche Situationen und Erfahrungen waren für Dich neu oder interessant?
Die Vielfalt an kulturellen und künstlerischen Interventionen, die man im Stadtraum machen kann, hat mich besonders überrascht.
Warum ist der (öffentliche) Stadtraum für Dich interessant?
Die Vielfältigkeit: In Bochum habe ich das Gefühl, dass alles fließend in einander über geht. Es gibt keine strikte Einteilung der Stadt, es ist alles überall zerstreut und für jeden ist was dabei.
Was ist für Dich an „Urbanem Lernen“ interessant?
Mich fasziniert, dass mich der Begriff nach drei Tagen immer noch verwirrt. Was alles unter diesen Begriff fällt, ist enorm - ein riesiges Repertoire an Gestaltungsmöglichkeiten!

Summer School ZAK 2016
Wer bist du?
Julia
Was machst du?
Eigentlich bin ich Geschichtenerzählerin und arbeite in Berlin-Kreuzberg im Kotti-Shop mit der Nachbarschaft.
Was hast Du bisher besonderes erlebt? Welche Situationen und Erfahrungen waren für Dich neu oder interessant?
Mich fasziniert, in welchen intensiven Prozess die Studenten gemeinsam gegangen sind, die Themen und Richtungen verhandelt haben und was daraus für eine wunderbare Dramaturgie entstanden ist.
Warum ist der (öffentliche) Stadtraum für Dich interessant?
Stadträume sind interessant, weil dort die Brüche härter sind als auf dem Land. Es knallt aufeinander oder es entsteht etwas Neues. Das sind die Momente in denen man ganz viel lernen kann.
Was ist für Dich an „Urbanem Lernen“ interessant?
Wenn wir zusammen leben und unseren Raum gestalten möchten, dann brauchen wir ein Bewusstsein darüber, wie unser Umfeld beschaffen ist. Urbanes Lernen gibt dieses Bewusstsein und fragt danach, wo ich bin, was da passiert, in welcher Relation ich zu den anderen Menschen und zum Raum stehe.

Projekt
Summer School
«Urbanes Lernen»

Datum
24.08.2016, 15:40 Uhr
Ort

Zukunftsakademie NRW

Partner

Lehr- und Forschungsbereich Sportpädagogik und Sportdidaktik der Ruhr-Universität Bochum

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